Grid Parity

Grid Parity, auf deutsch "Netz-Gleichwertigkeit" oder Netzparität, wird dann erreicht, wenn Strom aus einer Photovoltaikanlage zum gleichen Preis wie der Endverbraucherpreis von Steckdosenstrom angeboten werden kann. Wenn z.B. Steckdosenstrom eines Tages rund 25 Cent/kWh kostet (2007: ca. 19 Cent) und die Einspeisevergütung für Solarstrom z.B. 24 Cent beträgt (2010 geplant lt. EEG-Novelle: 39,5 Cent), kann es für den einzelnen Hauseigentümer sinnvoller sein, seinen Solarstrom direkt zu verbrauchen, statt ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen. Nicht zu verwechseln ist "Grid Parity" mit einer Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom, d.h. mit dem Vergleich der Produktionskosten von Solarstrom und konventionell erzeugtem Strom. Denn die reinen Produktionskosten z.B. für Atom- oder Kohlestrom liegen derzeit nur bei 3 bis 8 Cent/kWh (Produktionskosten plus Kosten für CO2-Zertifikate plus Netzentgelte). Erst wenn Solarstrom zum selben Preis wie diese hergestellt werden kann, ist er unabhängig von Fördermaßnahmen wettbewerbsfähig.

Die Stromgestehungskosten aus steuerfreiem Dieselkraftstoff (43 Cent/Liter) in einem modernen Dieselstromaggregat betragen bei den üblichen 37 Prozent Wirkungsgrad 11,9 Cent/kWh, ohne dass dabei die Anschaffungs- und Betriebskosten für das Aggregat mit einbezogen sind. Bei 115 Cent/Liter erhöhen sich die Stromgestehungskosten entsprechend auf 31,7 Cent/kWh.

Auf vielen sonnenreichen Inseln, die ihren Strom aus Dieselkraftstoff gewinnen, wurde dies mit dem Durchbrechen der Marke von $70 US je Barrel Öl erreicht. So beginnt derzeit im US-Bundesstaat Hawaii ein regelrechter Photovoltaik-Boom. Allerdings ist dieser noch nicht vergleichbar mit dem Photovoltaik-Boom in Deutschland und beträgt nur einen kleinen Bruchteil dessen. Grund ist, dass in Deutschland hohe Einspeisevergütungen für Solarstrom gezahlt werden und daher der Großteil der Weltproduktion an Solarmodulen nach Deutschland importiert wird.